Chronik des Bennstedter Fussballs


1920-1945

  • Bis 1933 existierten mit "Rot-Sport" und dem "V.F.R." zwei Fußball-Vereine in Bennstedt, deren Werdegang kurz beleuchtet werden soll.

Arbeiter-Sportverein "Rot-Sport"

  • Beim Arbeiter-Sportverein "Rot-Sport" gab es zwei Männer- und eine Senioren- aber keine Nachwuchsmannschaften. Es wurde großen Wert auf die Förderung der Kommunistischen Jungpioniere gelegt, deren Führer der Genosse Paul Emmrich war. Das Anmeldeformular trug die Überschrift "Werde auch du ein roter Jungpionier!"
  • Die Kampfgemeinschaft für "Rote Sporteinheit" hatte ihren Treffpunkt in der Schuhmacherwerkstatt von Meister Karl Glaser in der Köllmer Straße.
  • Im April 1933 wurde der Rot-Sport-Verein (Gründer Friedrich Giehne und Fritz Hammerschmidt) nach Verbot durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Der Sportplatz auf Sandboden, was eine ganzjährige Bespielbarkeit garantierte, befand sich auf dem heute bebauten Gelände der Halleschen Straße und wurde erst einige Jahre nach 1933 umgepflügt.
  • Die Spielführer Georg Christ und Otto Wagner packten nach dem Vereinsverbot eine Kiste mit sämtlichen Utensilien (Bälle, Jerseys, Fahne, etc.) und vergruben diese des Nachts im Lieskauer Feld, wo sie heute noch am "Kleinen Hallberg" Richtung Lieskau liegen soll.
  • Bis auf die aktiven Fußballer Fritz Hammerschmidt, Max Dietrich, Fritz Stubenrauch, Fritz Raue, Karl Rohr, Otto Kopf, Willi Teubert, Otto Wagner, Albrecht Arndt und Karl Hammerschmidt, die nicht zum VfR Bennstedt wechselten, wurden die Kicker beim anderen Fußballverein des Ortes aufgenommen.
V.f.R. Bennstedt e.V.

Gründung am 12.02.1920 als V.f.R. Bennstedt e.V.

  • Der bürgerliche Fußballverein "Verein für Rasensport" (VfR) Bennstedt 1920 e.V. besteht bis heute mit dem Sportplatz an der Eislebener Straße. Als Sektionen gab es u.a. Fußball, Handball, Turnen, Tischtennis.
  • Die Bodenfläche für den Sportplatz an der Eislebener Straße (Alte B80) wurde von den Großgrundbesitzern Moritz Menicke und Oskar Lasse zur Verfügung gestellt. In Eigenregie wurde in mühevoller Arbeit der Sportplatz hergerichtet. Im 2. Weltkrieg wurde der Platz umgepflügt und zur Grundversorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln bebaut. In dieser Zeit fand der Spielbetrieb meist auf dem Sportplatz in Langenbogen statt, der heutzutage als "Neues Dorf" im Oberdorf bebaut ist.


Der V.f.R. Bennstedt wurde bei Kriegsende 1945 aufgelöst.

1945-1989
  • Nach Kriegsende wurde die Sportgemeinschaft (SG) Bennstedt durch Sportfreund Gustav Kopatz, der durch die Kriegswirren aus Berlin nach Bennstedt gekommen war, 1945 neu gegründet. Weitere Gründungsmitglieder waren Kurt Zachäus, Walterb Berger, Kurt Ludwig, Walter Lehnert, Herman Rosenkranz, Kurt Schaar, Fritz Berger, Paul Schaar, Werner Wießner, Heinz Kottwitz und Fritz Lehnert.
  • Von 1945 bis 1948 wurde das ehemalige Spielgelände unter schwierigsten Bedingungen wieder aufgebaut. Ab diesem Zeitpunkt erfolgte der Spielbetrieb wieder in Bennstedt.
  • Nach ersten Erfolgen erfolgte die Einstufung in die 1. Kreisklasse des Mansfelder Seekreises.
  • Vor dem 2. Weltkrieg und Anfang der 50-er Jahre gehörte Bennstedt zum Mansfelder See-Kreis. Die Kreisgrenze wurde Mitte der 50-er Jahre verlegt, wodurch Bennstedt von nun an zum Saalkreis gehörte und dort auch Fußball spielte.
  • Jede SG musste sich durch Einrittsgelder, Mitgliedsbeiträge und aus dem Spielbetrieb selbst finanzieren. Damals wie heute eine schwierige Angelegenheit!
  • Durch den Beitritt zur LPG "Langenbogen-Bennstedt" wurde die SG Bennstedt zur Betriebssportgemeinschaft (BSG) umbenannt und musste außerdem vorübergehend den Namen BSG Traktor Langenbogen annehmen. Als Gegenleistung erhielt der Verein eine jährliche finanzielle Unterstützung von 800,- Mark und bekam einen LKW für den Transport im Spielbetrieb gestellt.
  • Nach der Umbenennung der LPG "Walter Ulbricht" Bennstedt-Langenbogen mit Verwaltungssitz Zscherben trug der Verein wieder den Namen BSG Traktor Bennstedt.
  • Ab Mitte der 50-er Jahre startete der Verein unter dem Namen BSG Aktivist Bennstedt.
  • Der zweite Rasenplatz am Köchstedter Weg wurde ab 1958 unter Anleitung von Wilhelm Schmorl gebaut.
  • Im Spieljahr 1962/63 wurde man Kreismeister des Saalkreises und stieg in die Bezirksklasse (Bezirk Halle) auf. Es folgten 10 Jahre ohne Auf- und Abstieg aus der Bezirksklasse.

Nach der Wende (ab 1989)
  • Am 11.10.1990 fand die Gründungsversammlung des "neuen" FSV Bennstedt statt. Seit diesem Jahr startete der Verein unter seinem heutigen Namen sportlich durch!
  • In der Spielsaison 1994/95 wurde man mit 111 Toren und 14 Punkten Vorsprung Kreismeister und war Aufsteiger in die Bezirksliga.
  • Die Saison 1997/98 brachte den Aufstieg in die Landesliga, die bis heute mit einjähriger Unterbrechung (2001/02) die Spielklasse der ersten Mannschaft des FSV Bennstedt e.V. ist.
  • Am 26.05.2003 fand mit dem Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC Berlin im Kurt-Wabbel-Stadion und der Liveübertragung im DSF das bisher größte Spiel der Vereinsgeschichte statt.

  • Das Sportgelände an der Eislebener Straße wurde seit der Wende mit der Erweiterung des alten Sportlerheims, der Installation einer Flutlichtanlage, dem Bau von Fangnetzen, der Verbreiterung des Hangs zwischen den Plätzen/Bestuhlung und dem Bau des neuen Vereinsheims ständig aufgewertet und stellt heute ein Schmuckstück unter den Sportanlagen des Saalkreises dar.
  • Mit einer soliden Vereinspolitik und gesunden wirtschaftlichen Lage ist der FSV Bennstedt e.V. für die Zukunft bestens gerüstet.